Streit um Dahmer Stift beigelegt
Mittwoch, 18. August 2010

Seit Wochen hat der Streit zwischen dem Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und den Denkmalschutzbehörden in Dahme-Spreewald die Gemüter beschäftigt. Am 6. August hat der Brandenburger Abgeordnete Dr. Peter Danckert alle Beteiligten an einen Tisch gebracht - und eine kaum mehr vorstellbare Kompromißlösung ermöglicht. 

Lesen Sie dazu einen Artikel in der Lausitzer Rundschau vom 13. August 2010.

Dahme - Der Streit zwischen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und Denkmalpflege um die Fenster im Haus II des Viktoriastiftes ist beigelegt. Ein Großteil der 88 Holzfenster darf durch neue Isolierglasfenster in originalgetreuem Stil ersetzt werden.

An der Vorderfront bleiben die Originalfenster erhalten. 

Ralf Fege, Geschäftsführer des ASB-Ortsverbandes Luckau-Dahme, bezeichnet die Einigung als »Sieg der Vernunft«. In das historische Gebäude soll eine Kindertagesstätte einziehen. Es wird Ersatzdomizil für die marode ASB-Kita »Anne Frank« an der Luckauer Chaussee. Der Denkmalschutz wollte die meisten alten Fenster erhalten. Der Bauherr und Kita-Betreiber wehrte sich mit dem Argument, sie entsprechen nicht den wärmetechnischen Standards. Der Streit drohte sich zu einem Akten-Kleinkrieg auszuwachsen. Auf der Suche nach Hilfe wandte sich der ASB an die Politik. Denn dem Bauherrn lief die Zeit davon. In der Kita »Anne Frank« ist die Heizung defekt. Ein Umzug sei vor dem Winter nötig, so Ralf Fege.

Wie er erklärt, sei dem SPD-Bundestagsabgeordneten Peter Danckert schließlich gelungen, was kaum noch möglich schien: Er brachte die Chefs der beteiligten Behörden an einen Tisch. Landkreis, Landesamt für Denkmalpflege, Stadt und Bauherr fanden einen Kompromiss, basierend auf einer ausführlichen Begutachtung der Fenster durch einen Tischler. Demnach werden an der Eingangsfront die Fenster aufgearbeitet. An der Wetterseite sowie dort, wo sich Gruppenräume und Sanitäranlagen befinden, werden sie durch neue ersetzt. Das Hick-Hack habe schon acht Wochen Bauverzug gebracht, sagt Ralf Fege. Jetzt könnte der Auftrag ausgelöst werden.

Detlev Gärtner, als Dezernent in der Kreisverwaltung Teltow-Fläming zuständig für die untere Denkmalschutzbehörde, räumt Fehler in seinem Hause ein. Er unterbrach den Urlaub für den Termin in Dahme. »Die Lösungssuche hat viel zu lange gedauert«, sagt er. Er wolle dafür sorgen, dass das Zusammenspiel zwischen Behörden und Bauherrn künftig effektiver wird.

Auch Brandenburgs Landeskonservator Detlef Karg zieht ein Resümee, das die Dahmenser wohl gern hören: »Ein Abwägen zwischen Denkmalwert und Nutzerinteresse, das erwarten die Menschen von der Denkmalbehörde.«

Zum Thema:

Im Viktoriastift am Dahmer Nordhag sollen 50 Krippen- und 40 Kita-Kinder betreut werden. Die Investition für den Ausbau von Stift II, Logenhaus und Außengelände beträgt rund 2,6 Millionen Euro. Davon werden 1,2 Millionen Euro aus der Förderung für die Altstadtsanierung und 649 000 Euro aus einem Förderprogramm zur Schaffung von Krippenplätzen genutzt.

 

Von Carmen Berg

 
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